Zahnerhaltung - Füllungen

Füllungen dienen, wie hinlänglich bekannt, der Wiederherstellung eines Zahnes, der, in der Regel durch den Angriff von Kariesbakterien, Teile seiner Hartsubstanz verloren hat.

Die Behandlung derartiger Defekte

In jüngster Zeit sind von der Wissenschaft Methoden entwickelt worden, die kariöse Läsionen im Initialstadium wirkungsvoll ausheilen können.  In diesen Fällen muss “in dem Zahn nicht gebohrt werden”. In unserer Praxis wird diese Methode angewandt. In diesem Zusammenhang wird wieder deutlich wie wichtig regelmäßige Kontrollen sind, um kariöse Defekt schon im Frühstadium zu erkennen. 

Ist die Karies schon fortgeschritten, hilft nur noch eine Füllung. In diesem Fall wird zuerst das kariöse Zahngewebe sorgfältig entfernt. Die dann folgende Füllung hat die Aufgabe, das entstandene „Loch“ bakteriendicht zu verschließen, die Form des Zahns wiederzugeben, den Zahn gegen die Kaukräfte zu stabilisieren und den ästhetischen Regeln zu folgen. Die Möglichkeit, auch die Farbe des geschädigten Zahns mit der Füllung wieder herzustellen wird heutzutage von fast allen Patienten auch für das Seitenzahngebiet verlangt.

Amalgamfüllungen werden in unserer Praxis seit vielen Jahren nicht mehr appliziert. Füllungsmöglichkeiten der Wahl sind Kunststofffüllungen, Keramikinlays und Goldinlays.

Im Moment hält eine völlig neue Therapie kariöser Defekte Einzug in die Zahnheilkunde. 

Damit haben wir zum  ersten Mal in der Geschichte der Zahnheilkunde die Möglichkeit, die Plage der Zahnhartsubstanz, die Karies, ohne den bisher zwingenden „Kollateralschaden“ der Präparation zu heilen. Bisher funktioniert diese Methode nur bei Kontaktkaries (dort wo sich 2 Zähne seitlich berühren) und bei Entkalkungen oder beginnender Karies an den Glattflächen.

Populärwissenschaftlich erklärt funktioniert die Methode so:

Kontaktkaries: Kariesbakterien dringen immer mit einer Entkalkung und nachfolgendem kleinen Loch durch den Zahnschmelz in das darunter liegende Dentin (Zahnbein) ein. Die „Nahrung“ erhalten die Bakterien anfangs durch die Entkalkung und das so entstandene Loch.

Mit geeigneten aufeinander folgenden Ingredienzien wird die Läsion der Kontaktkaries zur Aufnahme superflüssigen Kunststoffs vorbereitet. Die Entkalkung saugt dann wie ein Schwamm den flüssigen Kunststoff auf, der dann mit Licht ausgehärtet wird. Die Eintrittspforte der Bakterien ist damit zuverlässig versiegelt. Die Bakterien im Dentin sind dann von der „Nahrungsaufnahme“ abgetrennt. Die Stelle ist geheilt.

Die Vorteile sind überdeutlich. Es muss nicht mehr „gebohrt“ werden, und – an dieser Stelle kann keine Karies mehr entstehen. Bisher musste zu dieser Karies von der Kaufläche her ein Zugang geschliffen werden. Dabei wird natürlich gesunde Zahnhartsubstanz geopfert. Die so geschaffene Kavität erhielt dann eine Füllung, die im Verlauf der Jahre mehrfach erneuert werden muss. Noch funktioniert diese Methode nur im Anfangsstadium der Karies, was aber in der Praxis, regelmäßige Kontrollen unterstellt, häufig diagnostiziert wird.

Glattflächenentkalkung und Glattflächenkaries:

Hier funktioniert die Methode ebenso, noch dazu unter idealer Sicht. Häufig beobachten wir diese Art von Zahnhartsubstanzerkrankung nach der Abnahme kieferorthopädischer Brackets.

Die weißlichen Verfärbungen können dabei gänzlich oder in hohem Maß wieder die frühere Zahnfarbe annehmen.

Alles in Allem kann ich diesen Therapieansatz nur revolutionär nennen. Haben wir Zahnärzte doch zum ersten Mal in der Geschichte der Zahnheilkunde die Möglichkeit, die Plage der Zahnhartsubstanz, die Karies, ohne den bisher zwingenden „Kollateralschaden“ der Präparation (Bohren) zu heilen.

Fragen Sie Ihre Behandler danach!

 

Rainer Littinski

Auf den ersten Blick erscheint diese Nachricht als ziemlich unwirklich.
Dennoch ist sie wahr, bedarf aber schon noch einer Erklärung. 

Leider gibt es unter der Vielzahl von außerordentlich nützlichen Bakterien in unserer Mundhöhle auch Keime, die unter bestimmten Voraussetzungen Karies und Parodontitis (umgangssprachlich Parodontose) auslösen können. 

Karies entsteht am Zahn immer von außen und mit einem Säureangriff, der zur Entkalkung führt. Bei ungehindertem Forschreiten wird die harte Schmelzschicht durchdrungen und im Weiteren das darunter liegende Dentin angegriffen. Das äußere Erscheinungsbild ist jetzt gräulich schimmernd. Spätestens in diesem Stadium halfen bislang nur der „Bohrer“ und das anschließende Füllmaterial. Unter Berücksichtigung der Tatsache der Erneuerungs-bedürftigkeit jeglicher Füllung nach einem bestimmten Zeitraum wird dadurch eine lebenslange Restaurationskaskade des Zahns gestartet, die Zahnhartsubstanz, Zeit und Geld koste.

Schön wäre es, diese zu vermeiden! Tatsächlich funktioniert das seit kurzem.
Das „Zauberwort“ heißt Kariesinfiltration, das verwendete Produkt Icon.

Richtig angewendet kann man mit diesem Mittel Karies im Frühstadium bis in das Stadium der beginnenden Dentinbeteiligung ausheilen. Das Verfahren ist etwas aufwendig aber absolut praxistauglich.

Das Mittel infiltriert das kariöse Zahngewebe, wo es ausgehärtet wird. Die vorhandenen Bakterien werden somit quasi „ausgehungert“. Dieser Anteil des Zahns widersteht dann den Säureattacken erneuter Bakterienangriffe. Die infiltrierte Zahnoberfläche ist danach kariesresistent. Der Zahn ist wieder gesund.

Wichtig ist dabei die richtige Einschätzung des Fortschritts der kariösen Schädigung durch den Zahnarzt, um die Indikationsgrenzen nicht zu überschreiten.

Wir freuen uns sehr, so schonend behandeln zu können.